24. März 2020
In diesem Artikel erfährst du:
- Welche Bedeutung CDW, Haftpflicht, Zusatzhaftpflicht und UMP haben
- Warum reine Mindesthaftpflicht in den USA ein finanzielles Risiko sein kann
- Welche Zusatzleistungen wie Reifen-, Glas-, Boden- und Dachschutz, Pannenhilfe, Kindersitz und Mautservice relevant sein können
- Worauf du am Mietwagenschalter achten solltest, wenn zusätzliche Pakete angeboten werden
Die richtige Mietwagenversicherung für meinen USA Urlaub
Bei der Auswahl der richtigen Mietwagenversicherung bei seinem Autovermieter sind sich viele Urlauber unsicher, welche Leistungen notwendig und welche überflüssig sind - und ob die preislichen Aufschläge dafür gerechtfertigt sind. Die gesetzlichen Regelungen sind einem eh oftmals nicht geläufig, so geht es uns allen. Gerade in den USA gelten im Vergleich zu Europa einige Sonderregelungen die man kennen sollte. Nachfolgend versuchen wir daher, euch ein bisschen Orientierung zu geben und die Frage zu beantworten, auf welche Versicherungen und Versicherungsbestandteile man definitiv nicht verzichten sollte und welche weniger wichtig sind.
Vollkasko/ Diebstahlschutz (CDW)
Die Vollkaskoversicherung (CDW, Collision Damage Waiver) ist die wichtigste Versicherung, die ihr braucht. Für jeden Schaden am Mietwagen oder gar einen Diebstahl seid ihr nämlich grundsätzlich selbst verantwortlich. Das trifft immer zu, ob ihr nun einen Unfall selbst verursacht habt oder bspw. ein Schaden in eurer Abwesenheit entsteht, für den ihr gar nichts könnt. Am Ende kann man ohne eine solche Absicherung bei Schäden am Mietwagen bis zum vollen Fahrzeugwert haftbar gemacht werden.
Damit man im Urlaub also ruhig schlafen kann, solltet ihr zwingend einen Mietwagen mit Vollkaskoversicherung buchen. Das bedeutet am Ende des Tages, dass ihr bei einem entstandenen Schaden nicht in Verantwortung genommen werdet, sondern der Schaden möglichst ohne Selbstbeteiligung von der Versicherung übernommen wird. Um so wichtiger ist es, dass ihr beim Vergleich der Angebote genau auf diese Absicherung achtet, denn viele anscheinend gute Angebote bieten keine Vollkaskoversicherung an, sondern nur eine Teilkaskoversicherung. Dadurch wird der Grundpreis günstiger, bei einem Schaden werdet ihr aber dann zur Kasse gebeten. Bspw. ist es so, dass die günstigen Angebote vom Anbieter Dollar oft mit Teilkaskoangeboten verbunden sind, im Gegensatz dazu vermieten Anbieter wie Alamo die Autos ausschließlich mit Vollkaskoversicherungen. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass viele Vergleichssplattformen die Leistungsinhalte sehr intransparent aufzeigen, man hier also schnell in eine Falle tappen kann, deshalb solltet ihr sehr genau prüfen, was das Angebot beinhaltet.
Wann tritt die Vollkaskoversicherung nicht in Kraft?
Wie in Europa auch, behalten sich die Versicherungsträger natürlich Maßgaben vor, unter welchen Schadensbedingungen die Versicherung nicht eintritt. Dazu fallen u.a.
- Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss
- Der Fahrer ist nicht als Fahrer angemeldet und fährt unerlaubt
- Fahrlässigkeit. Beispielsweise darf man oft nicht über unbefestigte Straßen fahren. Wenn ihr das doch tut, und ein Schaden entsteht, kann es sein, dass die CDW nicht greift
- Beteiligung an Autorennen
- Nutzung des Autos für Straftaten
- Bei Diebstahl, wenn ihr den Schlüssel nicht abgezogen habt
- Einreiseverbot, wie bspw. nach Mexiko
Die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung
Die Haftpflichtversicherung deckt Forderungen Dritter ab (also bspw. vom Unfallgegner), die gegen euch im Falle eines Unfalls gestellt werden (Sach- und Personenschäden). Was die Versicherung nicht abdeckt sind Schäden am Mietwagen oder bei euren Insassen. Da die Haftpflichtversicherung vorgeschrieben ist, ist sie bei den Mietwagenenbietern auch immer dabei. Und jetzt kommt das große ABER!
Zwar wird die Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben, allerdings sind die Regelungen zur Mindestdeckung von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich. Teilweise liegt diese nur bei 10.000 Dollar, was in den USA nicht viel ist. Da es in den USA zum guten Stil gehört, bei Schäden an einer Person im Zuge von Unfällen sofort zu klagen, können die Forderungen oftmals sehr viel höher sein. Deshalb empfehlen wir zwingend dazu, immer das Angebot für eine zusätzlicheHaftpflichtversicherung auswählen. Zwar steigen dadurch die Gebühren etwas, aber das Risiko nur mit der gesetzlichen Haftpflichtversicherung zu fahren ist zu groß.
Die zusätzliche Haftpflichtversicherung
Der Unterschied zur gesetzlichen Haftpflichtversicherung ist, dass die Deckungssumme pro Schadensfall deutlich höher ausfällt. Hier gibt es verschiedene Ausprägungen. Bei Alamo findet man zum Beispiel den Begriff SLP ("Supplemental Liability Protection", bis 300.000 USD), andere Vermieter verwenden Begriffe wie SLI ("Supplemental Liability Insurance") oder LIS ("Liability Insurance Supplement"). Damit ist die Wahrscheinlichkeit doch maximal hoch, einen Schaden abgesichert zu haben, da weit über 99% aller Fälle innerhalb dieser Schadenssumme liegen sollten. Das bestätigt übrigens auch unsere Erfahrung über all die Jahre: uns ist kein Fall bekannt, bei dem jemals eine auch nur annähernd so hohe Deckungssumme nötig gewesen wäre. Oftmals hat das Dazubuchen - falls nicht bereits inkludiert - dieser Leistung nur marginale Auswirkungen auf den Gesamtpreis, aber eben ein nicht unerhebliches Maß an Sicherheit. Neben diesem Punkt ist es oftmals auch so, dass bei der Buchung einer Zusatzhaftpflicht auch eine UMP-Versicherung dabei ist. Das bedeutet, dass ihr dann auch bei Unfällen mit unversicherten Unfallgegnern versichert seid (lest dazu unten mehr). In jedem Fall solltet ihr bei der Buchung prüfen, wie hoch die Deckungssumme in eurem speziellen Fall ist.
Ausnahme: Wann man eine Zusatzhaftpflicht nicht benötigt
Wir haben gerade geschrieben, dass eine Zusatzhaftpflichtversicherung ein wichtiger Bestandteil einer Mietwagenbuchung ist. Nun gibt es einige Kreditkartenanbieter oder Kreditkartenangebote, die eine solche erweiterte Haftpflichtversicherung bereits im Leistungsprogramm beinhalten, unter der Voraussetzung, dass man den Mietwagen mit eben dieser Kreditkarte bucht. In diesem Fall ist es aus unserer Sicht vertretbar und absolut in Ordnung, die Angebote mit gesetzlicher Haftpflichtversicherung zu wählen, um so etwas die Urlaubskasse zu schonen.
Uninsured Motorist Protection (UMP)
In den USA kann es schon einmal passieren, einen Unfall mit einem Unfallgegner zu haben, der unter- oder gar komplett unversichert ist. Um zu verhindern, dass man auf seinen Kosten sitzen bleibt, weil der Unfallgegner nicht belastet werden kann, gibt es die UMP. Mehr Infos dazu findest du in unserem Artikel über unterversicherte Unfallgegner.
Reifen-, Glas-, Boden- und Dachversicherung
Sehr oft wird die Frage nach einer Versicherung für Reifen-, Glas-, Boden- und Dachversicherung gestellt. Diese Art der Schäden können in den Vollkaskoversicherungen bereits integriert sein oder man muss sie extra dazubuchen. Hier kommt man um einen Blick in die detaillierten Vertragsangaben der Anbieter nicht herum. Bitte beachtet auch, dass diese Versicherungspakete den Schaden nicht decken, wenn es Verstöße gegen die Mietbedingungen gibt (siehe Vollkaskoversicherung).
Zusatzpakete vor Ort an den Stationen
Nun hat man also seinen Mietwagen gebucht und möchte diesen dann vor Ort ganz bequem und möglichst schnell abholen. Der Flug über den Atlantik war anstrengend genug, und niemand hat jetzt noch Lust, lange auf seinen Mietwagen zu warten. Der Mitarbeiter an der Abholstation möchte einem aber unbedingt noch zusätzliche Versicherungspakete aufzwingen oder sogar die gleichen, die man von Zuhause aus schon gebucht hat. Dies sind Dinge, die wir von sehr vielen USA Urlauber schon gehört und auch selbst desöfteren erlebt haben. Wenn ihr von Zuhause aus ein Paket gebucht habt, das die erweiterte Haftpflichtversicherung und auch die Vollkaskoversicherung schon beinhaltet, benötigt ihr keine weiteren Leistungsinhalte. Oft werden neben der Zusatzhaftpflicht auch Pakete zur Pannenhilfe als Zusatzleistung angepriesen. Prüft das genau, denn diese Pannenhilfen hören sich zwar so an, als ob diese einen zusätzlichen Absicherungsschutz bieten würden, sind aber meist und tatsächlich nicht vergleichbar mit Leistungen bspw. des ADAC oder AWD, sondern oft nur eine banale Hilfe für z.B. einen Reifenwechsel. Lasst euch dort von penetranten Mitarbeiter nicht unter Druck setzen. Manchmal hat man leider Pech mit dem Mitarbeiter, der einem optionale Leistungen als zwingend notwendig aufdrängen möchte. Sagt einfach, dass ihr alles gebucht habt und einfach nur das Auto abholen wollt.
Weitere Zusatzleistungen
Neben den Versicherungen gibt es natürlich noch andere Regelungen oder Zusatzangebote, die dazu gebucht werden können.
Kindersitze
Jeder, der mit Kindern in den USA Urlaub fährt und einen Mietwagen bucht, wird sich auch mit dem Punkt Kindersitze auseinandersetzen müssen. Grundsätzlich kann man sich zwischen einer Kindersitzerhöhung und einem Kindersitz entscheiden. In der Regel sind die Kindersitze in den USA auf europäischem Standard, wer aber Fragen dazu hat, sollte dann die Mietwagenfirma direkt anrufen.
Auch in den USA gibt es eine gesetzliche Kindersitzpflicht. Es ist allerdings so, dass diese Regelung von Bundesstaat zu Bundesstaat anders aussehen kann. Generell gilt in den meisten Bundesstaaten die gesetzlich vorgeschriebene Kindersitzpflicht für Kinder zwischen 9 Monaten und 5 Jahren. Zur Sicherheit empfehlen wir euch aber einen Blick auf die folgende Seite: https://saferide4kids.com/car-seat-laws-by-state/. Dort findet ihr die aktuellen Regelungen für jeden Bundesstaat.
Neben der Tagesgebühr für den Kindersitz ist es meistens so, dass ihr zusätzlich noch eine Kaution bezahlen müsst, die ihr bei Rückgabe wieder zurückerstattet bekommt. Solltet ihr genug Platz im Koffer für eine Sitzerhöhung haben, könnt ihr diese natürlich auch selbst mitbringen. Außerdem bieten viele Airlines die Mitnahme von Sperrgepäckstücken für Kinder wie Kinderwagen oder eben auch Kindersitze kostenfrei an.
Tankregelung
Eine immer wiederkehrende Frage ist die Tankregelung der Mietwagenanbieter. Ihr solltet bei der Buchung überprüfen, in welchem Tankzustand ihr das Auto bekommt und wie ihr es abzugeben habt. Wir empfehlen diesbezüglich auch immer die Mietwagenbedingungen zu lesen. Es gibt folgende Varianten, auf die ihr euer Augenmerk richten solltet.- Voll-Voll: Wenn ihr den Mietwagen abholt, übernehmt ihr den Wagen vollgetankt und müsst ihn dann auch wieder vollgetankt abgeben. Dies ist die üblichste Form, die es gibt, aber sicherlich auch die unbequemste, da ihr direkt vor der Abgabe das Auto selbst komplett voll betanken müsst, da ich sonst ein deutlich teurerer Kraftstoffpreis bei der nachträglichen Betankung durch den Vermieter droht.
- Voll-Leer/ 1. Tankfüllung gratis: Viele Anbieter bieten euch bei Buchung bestimmter Leistungen/ Pakete an, dass ihr die 1. Tankfüllung gratis dazu bekommt. Beispielsweise bietet Alamo dies an, wenn ihr ein Paket ab 4 Tagen mit der erweiterten Haftpflicht bucht. Das bedeutet, dass ihr einen vollgetankten Mietwagen an der Station übergeben bekommt und diesen dann leer wieder abgebt.
- Halbvoll-Halbvoll: Im Netz kann man auch solche Variante nachlesen. Wir persönlich hatten einen solchen Fall noch nie. Diese Variante scheint auch sehr unattraktiv aus unserer Sicht.
Tipp: Vergleicht unbedingt die Angebote anhand der Tankfüllungen, denn teilweise werden Angebote attraktiver, wenn eine Gratis-Tankfüllungen dabei ist, was man aber am Gesamtpreis nicht gleich sieht. Ein voller Tank kann je nach Wagenklasse etwa 40 bis 80 US Dollar Unterschied ausmachen.
Toll-Pass Service / Maut-Gebühren und Services
In den USA gibt es verschiedentlich Straßen, Autobahnen und Brücken für deren Nutzung eine Maut (englisch: Toll) verlangt wird. Die Mautgebühren sind meist erschwinglich. Das Thema Maut und Toll-Pass Service ist insbesondere für Florida Urlauber immer wieder wichtig. Neben der klassischen Zahlungsweise, an einem Mautschalter mit Kleingeld zu bezahlen, gibt es Transponder, die in der Windschutzscheibe hängen oder aber auch die Videomaut. Wenn man also weiss, dass man desöfteren die Mautstraße benutzen wird, lohnt sich die Nutzung der elektronischen Maut. Ein damit verbundener Vorteil ist die damit verbundene Möglichkeit, Expresslines zu nutzen, wenn vorhanden. Viele Mietwagenanbieter haben deshalb in diesem Zusammenhang einen “Toll-Pass Service” im Angebot. Dadurch wird die Maut, entweder durch Videomaut oder Transponder elektronisch abgerechnet. Aufpassen: Dieser Service meint nur die Nutzung der Videomaut. Neben dieser Servicegebühr kommt dann natürlich noch die Gebühr für die Mautnutzung selbst dazu.
Beachten sollte man, dass dieser Service dann natürlich nochmal als Abrechnung über die Kreditkarte abgewickelt wird.
Stornierungsregelungen
Prüft unbedingt die Stornoregelungen. Diese können stark variieren. Durchgesetzt haben sich mittlerweile tatsächlich kostenfreie Stornierungszeiten. Angebote ohne diesen Vorteil solltet ihr genau abwägen. Beachtet auch unbedingt selbst bei sehr großzügigen Stornierungsfristen, dass ihr im Falle eines Nicht-Erscheinens ("no-show") auf jedenfall zur Kasse gebeten werden könnt.
*Disclaimer: Wir erhalten über die genannten Links unter Umständen eine Provision; wir empfehlen die HanseMerkur aber persönlich als langjährigen und vertrauensvollen Partner.
Häufige Fragen zum Thema
Besonders wichtig sind eine CDW für Schäden am Mietwagen und eine ausreichende Haftpflicht für Schäden gegenüber Dritten. Zusätzlich kann eine Uninsured Motorist Protection relevant sein.
CDW steht für Collision Damage Waiver und betrifft Schäden am Mietwagen selbst. Sie ist wichtig, weil du ohne passende Absicherung im Schadensfall bis zum Fahrzeugwert haften kannst. Dieser Schutz ist teilweise vergleichbar mit einen Vollkaskoschutz.
Nicht unbedingt. Die gesetzlichen Mindestdeckungssummen unterscheiden sich je nach Bundesstaat und können für schwere Personen- oder Sachschäden zu niedrig sein.
Die gesetzliche Haftpflicht erfüllt die Mindestanforderungen des jeweiligen Bundesstaats. Eine Zusatzhaftpflicht wie SLP, SLI oder LIS erhöht die Deckungssumme für Ansprüche Dritter.
Uninsured Motorist Protection soll helfen, wenn du in einen Unfall mit einem nicht oder zu niedrig versicherten Unfallgegner verwickelt wirst. Ob und in welchem Umfang sie enthalten ist, hängt vom gebuchten Paket und Anbieter ab.
Nicht immer. Diese Bereiche können je nach Anbieter und Tarif enthalten sein oder nur über ein zusätzliches Paket abgesichert werden.
Wenn CDW, Haftpflicht und relevante Zusatzleistungen bereits im gebuchten Paket enthalten sind, solltest du Zusatzangebote am Schalter genau prüfen und dich nicht zu doppelten Leistungen drängen lassen.
Vergleiche nicht nur den Preis, sondern vor allem CDW, Haftpflichtsumme, Zusatzhaftpflicht, Ausschlüsse und Tank- oder Mautregelungen. Bei USA to GO lassen sich Alamo-Pakete im Buchungskontext prüfen, sodass enthaltene Leistungen und optionale Extras besser auseinandergehalten werden können.
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