9. März 2026
Man will im Urlaub wirklich nicht vom Schlimmsten ausgehen. Aber vorbereitet sein schadet nie, lass uns deswegen einmal kurz gedanklich etwas durchspielen, damit es im Ernstfall nicht chaotisch wird. Also: Du bist im USA Urlaub unterwegs, Roadtrip, Mietwagen, vielleicht Florida, Kalifornien oder einfach quer durch den Südwesten. Es kracht. Der andere ist schuld. Und dann kommt raus: Der Unfallgegner ist gar nicht versichert oder die Deckung reicht vorne und hinten nicht. Willkommen beim Thema UM/UIM.
UM, UIM, UMP: Was bedeuten diese Abkürzungen?
Im Kleingedruckten des Mietwagenvertrags tauchen gerne mehrere Varianten auf:- UM = Uninsured Motorist, also unversicherter Unfallgegner
- UIM = Underinsured Motorist, also unterversicherter Unfallgegner
- UMP wird manchmal als Begriff für den Schutz verwendet, oft ist aber faktisch UM oder UM/UIM gemeint
Die Grundidee ist simpel: Wenn der andere eigentlich zahlen müsste, aber keine oder zu wenig Haftpflichtdeckung hat, soll es dafür einen Mechanismus geben, der diese Lücke schließt.
Warum ist das in den USA überhaupt ein Thema?
Weil die Realität in den USA nicht immer so sauber ist, wie man es aus Deutschland erwartet. In vielen Bundesstaaten ist eine Haftpflicht zwar vorgeschrieben, aber:- Die Mindest-Deckungssummen können sehr niedrig sein.
- Es gibt trotzdem Leute, die ohne gültige Versicherung fahren.
- Und es gibt Fälle, in denen jemand zwar versichert ist, aber eben zu niedrig und der Schaden ist schneller größer als das Limit.
Für den Roadtrip bedeutet das: Selbst wenn Du alles richtig machst, kann es im Worst Case zu Diskussionen, Lücken und Stress kommen, weil die Gegenseite finanziell nichts abdeckt.
Welche Schäden sind hier gemeint?
In der Praxis geht es um zwei große Blöcke:
1. Personenschäden- Behandlungskosten
- Folgekosten
- Reha, Rücktransport, Ausfallzeiten, je nach Konstellation
- Schaden am Mietwagen selbst (Tür, Achse, Totalschaden)
- Abschleppen und Bergung
- Nutzungsausfall, Wertminderung, Bearbeitungsgebühren (je nach Vertrag)
- Eigentum im Auto, zum Beispiel Koffer, Kamera, Laptop, Handy
Wichtig: UM/UIM ist je nach Bundesstaat und Vertragswerk oft stärker auf Personenschäden ausgerichtet. Sachschäden können dabei sein, müssen es aber nicht in jeder Variante und nicht in jedem Staat.
Worauf solltest Du beim Mietwagen achten?
1. Taucht UM oder UIM im Vertrag überhaupt auf? Wenn Du Mietwagenunterlagen hast (Voucher, Rental Agreement, Coverage Summary), suche nach:- UM
- UIM
- Uninsured Motorist
- Underinsured Motorist
Und ja: Es gibt Verträge, in denen UM/UIM explizit abgelehnt wird, also so nach dem Motto: unterschreiben, dass man es nicht will. Das ist nicht automatisch Drama, aber man sollte es verstanden haben.
2. Steckt UM/UIM eventuell in einem Haftpflicht-Upgrade? Bei Mietwagen in den USA kommen immer wieder diese Kürzel:- SLP (oft: Supplemental Liability Protection)
- SLI (Supplemental Liability Insurance)
- LIS (Liability Insurance Supplement)
Das sind Haftpflicht-Upgrades, also mehr Haftpflichtschutz als das, was minimal im Staat gilt. Bei manchen Anbietern ist UM/UIM als Bestandteil oder Benefit in solchen Upgrades erwähnt, bei anderen nicht. Deshalb lohnt sich der Blick in die konkrete Beschreibung des Produkts, nicht nur auf das Kürzel.
3. Bundesstaaten können Unterschiede machenIn den USA ist viel State by State geregelt. Was in Florida in den Bedingungen steht, kann in Kalifornien anders aussehen. Das betrifft auch, ob UM/UIM angeboten wird, ob es automatisch drin ist, ob man es ablehnen muss oder ob es nur in bestimmten Konstellationen greift.
Und wenn UM/UIM gar nicht angeboten wird?
Dann gilt: Keine Panik. Es gibt zwei Basics, die sowieso auf jede USA-Reise gehören und die die größten finanziellen Brocken abfangen.
Basic 1: Gute AuslandsreisekrankenversicherungBei Personenschäden ist das die wichtigste Absicherung. Das ist nicht der Moment, in dem man diskutieren will, ob eine Rechnung in den USA jetzt 3.000 oder 30.000 Dollar kostet.
Basic 2: Saubere Kasko für den Mietwagen (CDW oder LDW)CDW/LDW ist grob gesagt der Baustein, der den Schaden am Mietwagen selbst abfedert, damit aus einem Unfall nicht direkt ein finanzielles Problem wird.
Aber: Es kann trotzdem Posten geben, die je nach Vertrag nicht vollständig abgedeckt sind, zum Beispiel Abschleppen, Bergung, Bearbeitungsgebühren, Nutzungsausfall oder Wertminderung. Genau hier entsteht oft der Frust: Der eigentliche Schaden ist geregelt, aber die Nebenkosten nerven.
Die kurze Roadtrip-Checkliste
- Im Voucher oder Vertrag nach UM oder UIM suchen.
- Checken, ob irgendwo steht, dass UM/UIM abgelehnt wird.
- Bei Haftpflicht-Upgrades (SLP, SLI, LIS) in die Produktbeschreibung schauen: steht UM/UIM als Benefit drin oder nicht.
- Unabhängig davon: Auslandsreisekrankenversicherung und CDW/LDW als Pflichtprogramm betrachten.
- Wenn möglich, kurz prüfen: Sind Abschleppen und andere Nebenkosten irgendwo geregelt oder ausgeschlossen.
Fazit: Geht man ohne UM/UIM pleite?
In der Praxis: sehr unwahrscheinlich, wenn die wichtigsten Versicherungsbausteine stehen, vor allem Auslandsreisekrankenversicherung und CDW/LDW. Das nimmt dem Thema den Schrecken.
UM/UIM ist eher der Baustein, der das Restrisiko reduziert, wenn der Gegner wirklich unversichert ist oder die Deckung nicht reicht. Also weniger: "Ohne das bist Du verloren", sondern mehr: "Mit dem Baustein wird es entspannter, falls genau dieses unangenehme Szenario eintritt."
Mini-FAQ
Reicht meine Kreditkarte?
Kreditkartenleistungen sind oft eher im Bereich "Schaden am Mietwagen" unterwegs und ersetzen nicht automatisch das UM/UIM-Thema. Hier lohnt ein genauer Blick in die Kreditkartenbedingungen.
Ist UM/UIM automatisch immer dabei?
Nein. Das kann vom Anbieter, vom Bundesstaat und vom gebuchten Paket abhängen.
Was ist der wichtigste Satz für die Reiseplanung?
Basics zuerst: Auslandsreisekrankenversicherung und CDW/LDW. UM/UIM danach als sinnvolle Ergänzung verstehen, nicht als Panikknopf.
Wenn du weitere Fragen zur UMP oder USA Mietwagen allgemein hast, dann schreib mich gerne an:
Unsere besten Tipps für Deine USA Reise
- 1. Mietwagen direkt & günstiger buchen
Buche direkt beim Vermieter, nicht über einen Reiseveranstalter. Das ist fast immer günstiger und Deine Reservierung ist sicher, weil sie unmittelbar mit dem Leistungserbringer vereinbart wurde. Wir empfehlen als Vermieter uneingeschränkt Alamo, den wohl beliebtesten Anbieter bei deutschen Kunden. Alamo hat uns eine Buchungsmaske bereitgestellt, mit der Du den Mietwagen direkt bei ihnen buchst, aber gleichzeitig einen Rabatt von bis zu 20% angerechnet bekommst. Du erhältst die besten Preise - und von uns kostenlos eine deutschsprachige Betreuung obendrauf.
Zur Mietwagensuche inkl. Rabatt* - 2. Ferienunterkünfte direkt beim Vermieter buchen
Vergiss airbnb und Co. Nutze diese Portale, um Deine Ferienwohnung zu finden. Suche aber anschließend bei Google, ob das Objekt auch von einer lokalen Verwaltungsagentur oder dem Vermieter selbst angeboten wird. Gerade in Florida hat fast jeder Besitzer eine Verwaltung, die sich um viele Ferienwohnungen gleichzeitig kümmert und professionell aufgestellt ist. Diese kann auch Deine Buchung und Zahlung problemlos annehmen - nur eben deutlich günstiger als bei den bekannten Portalen, die immer eine Servicegebühr draufschlagen. Bei Fewo-Direkt/HomeAway/VRBO siehst Du oft den Namen und das Logo der Verwaltung auf den Profilseiten der Ferienobjekte, welche Du im Anschluß leicht googeln kannst. - 3. Rundum versichert mit geeigneter Kreditkarte
Ohne Kreditkarte wird es im USA Urlaub nicht gehen. Achte bei der Auswahl der Kreditkarte vor allem darauf, dass Du keine Auslandseinsatzgebühren zahlen musst. Auch ein Auslandskrankenschutz ist gerade in den USA ein Muss. Und da eine USA Reise teuer sein kann, lohnt es, über eine Reiserücktritts- oder auch Reiseabbruchversicherung nachzudenken. Die Platinum von easybank (ehemals Barclays) vereint alle genannten Punkte in einer Kreditkarte. Man erhält sogar noch eine Zusatzhaftpflichtversicherung für den Mietwagen bis zu einer Deckungssumme von 1 Mio Euro. Die Kreditkarte ist zwar nicht kostenlos, aber zu einem Jahrespreis von 99,-€ findet man kaum eine bessere Möglichkeit, komplett abgesichert zu sein und gleichzeitig eine gute Kreditkarte für Auslandsreisen sein eigen nennen zu können. Wir nutzen die Kreditkarten von easybank selbst, daher ist dies eine persönliche Empfehlung.
Mehr Infos zur Platinum bei easybank*